Zu krank um tadellos zu funktionieren und zu gesund um auffällig zu sein - Maya mein Mädchen von Gyde Callesen

Als Seiltanz bezeichne ich meine Krankheit. Ihr könnt euch denken was es ist. Oder es sein lassen. Es ist nicht schwer.
Höchstens schwer begreiflich. Für mich. Für euch.
Und überhaupt.
Ich weiß nicht warum ich das Schreibe. Höchstwahrscheinlich als Erklärung an mich selbst. Ist auch Irrelevant. Zählt denn der Grund mehr als die Tatsache? Liest wohl eh keiner..wer hat schon Zeit...

Ich tanze, bin der tanzende Narr, der mit einem Bein im Abgrund
steht. Tanze um die Frage, die mich nicht mehr losläßt. Wer bin ich? Und was heißt das, daß ich bin? - Maya mein Mädchen von Gyde Callesen


Die Frage nach sich selbst stellt sich beinahe jedem wenn seine Gedanken einen Gewissen Punkt erreicht haben und nicht mehr weiter kommen. Aber man kommt drüber hinweg. Oder findet antworten. Ich finde keine. Und komm nicht davon los. Bin mir selber Fremd. Unnahbar. In mir finde ich eine Leere. Wo ist die Persönlichkeit? Irgendwo inmitten dieses Schwarzenloches..

Ich lebe in Wackelkontakt zu mir selbst. Funken von Identität,
dann nur unbegreifliche Fremdheit.


Immer wenn ich mich aufmache sie zu suchen stürze ich in dieses Loch. Es reißt mir den Boden unter den Füßen weg.
Das sind Zeiten in denen ich komplett die Kontrolle verliere. Ich bin da udn doch nicht. All meine Gefühle scheinen verschwunden. Seien sie noch so stark gewesen. Leere und beklommenheit. Das ist alles was bleibt.
Diese Leere kommt abrupt. Reißt mich aus allem heraus. Aus dem Leben heraus.
Ab und an kommen Gefühle wieder an die Oberfläche, Grundlos. Sie bahnen sich ihren Weg aus der Tiefe. Freude,Leid,Angst.
So Stark das ich nicht weiß wohin damit. Ich werde zu Ihrem Spielball. Nie gefasst darauf was als nächstes Passiert. Meine Stimmung kann innerhalb weniger Momente völlig Kippen. Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt. Oder eben gähnende leere...Sie schmerzt. Feuer mit Feuer bekämpfen. Schmerz mit Schmerz betäuben..bis ich mich an einen Funken meiner eigenen Realität klammern kann.

Ich schöpfe mich jede Minute neu aus dem Chaos meines unaufgeräumten Ich. Suche mich und verliere mich. Ich, das Chamäleon, das sich selber nicht mehr erkennt. Entwurzelt treibe ich durch ein Leben und ringe um Wirklichkeit. Um meine Wirklichkeit, die mich immer wieder verläßt.

Ich fühle mich wie ein Puzzle.
Jeden Morgen scheine ich ein neues Stück von mir zu finden..und dafür unzählige wieder verloren zu haben. Verbringe Tage damit mich selbst wieder zusammenzufügen und bleibe in der Zeit hängen. Ich sehe wie andere in kleinen und großen Schritten weiter kommen. In dem Puzzle ihrer Selbst das nur ab und zu was verliert. Ich vergesse wo die teile hinkommen. Stoße auf Lücken die ich nicht zu schliesen vermag..suche nach Teilen die mir einmal wichtig waren und finde sie nicht mehr. Neue Teile tauchen auf. Unbegreiflich. Nicht mehr Ich. Oder doch?
Und all das bemerkt niemand. All das spielt sich nur in meinem Kopf ab. Eingeschlossen im vergänglichen.

Ich könnte mich zurückschicken und reklamieren. Nicht überlebensfähiges Produkt.- Maya mein Mädchen von Gyde Callesen


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